Der neue Purismus bei Designermöbeln

Sachliche und puristische Möbel sind funktional, leicht zu reinigen und bieten viel Stauraum. Vor allem aber bieten sie eines: Sie lassen das Auge zur Ruhe kommen und verleihen durch ihre Schlichtheit auch kleineren Räumen stilvolle Großzügigkeit. Die aktuellen Designermöbel im puristischen Stil punkten ohne Schnörkel und Zierrat, erobern aber mit Leichtigkeit und Eleganz moderne Wohnräume.

Schlichte Sachlichkeit als zeitloser Ausdruck von Stil

Der große Architekt und Designer Mies van der Rohe formulierte schon in der ersten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts den prägenden Satz: Weniger ist mehr. Schlichte Stilrichtungen wie Bauhaus und Art Deco entstanden vor dem Hintergrund, dass die Möbel vergangener Epochen vor allem eines sein sollten – prunkvoll und repräsentativ. Als durch den wirtschaftlichen Aufschwung der Industrialisierung das Bürgertum zum „neuen Adel“ wurde, konnten die Möbel gar nicht protzig genug sein. Der Purismus entstand aus dieser sinnlosen Pracht heraus und bildete damit eine Gegenbewegung, die bis heute nichts von ihrer zeitlosen Schönheit eingebüßt hat. Und mehr noch – die schlichte Sachlichkeit ist heute so aktuell wie nie und erobert wieder die Wohnlandschaften! Aktuelle Designermöbel machen nicht durch möglichst aufwendige Formengebung auf sich aufmerksam, sondern durch faszinierende Funktionalität und klare Linien, wie auch der Esszimmerstuhl Vitra Dar bei Vitrapoint.

Dadurch ergibt sich auch in kleineren Wohnungen ein weitläufiger Loftcharakter. Diese sachliche Leichtigkeit hat einen ernsthaften Hintergrund. Während das Leben und Arbeiten in der Informationsgesellschaft immer hektischer wird, schaffen klare Linien und glatte Flächen einen harmonischen Ausgleich. Massive Schrankwände voller Nippes und verstaubter Sammlerstücke gehören damit endgültig der Vergangenheit an.

Mit Farben und Lichtinseln Wärme schaffen

Gegner des puristischen Designs argumentieren oft mit der Kälte, die sachliche Möbel angeblich ausstrahlen. Dieses Argument ist aber nur bedingt richtig. Denn ein Raum ist immer mehr als die Summe seiner Möbel! Auch Designermöbel stehen nicht nur für sich selbst, sondern kommunizieren immer mit ihrem Umfeld. Und je schlichter ein Möbelstück gehalten ist, umso mehr verschmilzt es mit dem Raum und unterstreicht dessen Eigenschaften. Ein schnörkelloses Sideboard oder an der Wand „schwebende“ Hängeschränke bringen das Balkenwerk eines alten Fachwerkhauses oder die Stahlträger einer ausgebauten Fabrikhalle besser zur Geltung als ein Sammelsurium aus wuchtigen Schränken, die den Blick verstellen. So treten puristische Möbel immer in einen Dialog mit dem Raum. Und trotzdem entsteht auch in luftig eingerichteten Räumen wohnliche Wärme, wenn die Farben und das Licht stilvoll aufeinander abgestimmt sind. Denn wohnliche Harmonie entsteht nicht durch eine überladene Dekoration, sondern durch warme und kräftige Farbtöne, die das Licht leicht getönt reflektieren. Auch eine indirekte Beleuchtung, die den Blick des Betrachters unbewusst in bestimmte Richtungen lenkt, wie zum Beispiel auf Bilder oder Bücher im Regal, strahlt Wärme aus. So werden einige wenige Wohnaccessoires zum Blickfang, ohne den Raum zu überladen. Je schlichter die Linienführung der Inneneinrichtung ist, umso intensiver darf das Spiel mit Farben und Licht sein.

Autor: -- Montag, 16. September 2013, 14:49 Uhr -- Themen: Allgemein -- 0 Kommentare
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